Verschiedene Reisanbaumethoden

Die Anbaumethoden sind fast ebenso vielfältig wie die Reissorten. Sie sind stark abhängig von der Bodenbeschaffenheit, Bewässerungsmöglichkeiten, dem Klima und der Bevölkerungsstruktur. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den Methoden Reis zu pflanzen und Reis auszusäen.

In den meisten asiatischen Ländern werden Reiskulturen weiterhin mit historischen Anbaumethoden angelegt. Hierzu werden die in Saatbeeten neben den Reisfeldern sorgfältig gezogenen Pflanzen in die unter Wasser stehenden Reisfelder eingepflanzt. In besonders fruchtbaren Gebieten können mit Hilfe dieser Methoden zwei, auf Java sogar drei Ernten, jährlich auf den gleichen Feldern erzielt werden.
Reis entwickelt eine 80 cm bis 120 cm hohe Pflanze, die auf einem schlanken Halm lange Rispen mit zahlreichen Körnern trägt. Während der Reifezeit, die 100 bis 250 Tage beträgt, stehen die Felder unter Wasser. Dies verhindert das Aufkommen von Unkraut und gewährleistet eine gleichmäßige Temperatur. Nach der Reifezeit werden die Dämme angestochen und das Wasser abgelassen. Die Reisähre wird meist mit dem Halm geerntet. Unmittelbar nach dem Schneiden muss die Ernte sorgfältig getrocknet werden. Ein zu schnelles Trocknen verursacht Risse im Reiskorn, die zum Zerspringen des Korns im Mühlenprozess führen können.
In einigen asiatischen Ländern werden auch heute noch die beschriebenen Arbeitsprozesse manuell durchgeführt. Dies gilt auch für das Dreschen, das, je nach Gebiet, mit Büffelgespannen, die über die trockenen Ähren geführt werden oder mit Dreschflegel vorgenommen wird. Ist der Reis ausgedroschen, wird er über Matten geworfen, so dass der Wind die Spreu davontragen kann. Im Gegensatz zu den historischen Anbaumethoden ist der Reisanbau heute, besonders in den Vereinigten Staaten, hoch mechanisiert. Im Rahmen dieser modernen Anbaumethode werden riesige Felder angelegt und mit schweren Traktoren für die Aussaat vorbereitet. Das Saatgut wird entweder in die trockenen Felder gedrillt oder mit dem Flugzeug direkt in die überschwemmten Felder gesät. Für die Aussaat vom Flugzeug aus muss das Saatgut 24 bis 48 Stunden vorgequollen werden, damit es nach der Aussaat nicht auf der Wasseroberfläche schwimmt.
Von den Feldern wird der Reis in der Strohhülse (Spelze) als so genanntes Paddy-Korn direkt in den Trockner gefahren um in großen Drahtgeflechttrommeln mit Heißluft getrocknet zu werden. So kann die Feuchtigkeit aus dem Kern des Kornes treten und einwandfreie Mühlenqualität erzielt werden.
Ist der Reis von 24% auf 12% Feuchtigkeit heruntergetrocknet, wird in der Mühle die Spelze entfernt. Der weiße Reiskern ist jetzt noch von den Samenhäuten, von denen eine die Silberhaut ist, umgeben. In dieser Form wird der Reis als sog. Braun- oder Cargo-Reis auf dem Weltmarkt gehandelt und verschifft.

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